Familienregeln
Der Familien-Knigge für Vierbeiner
© Melanie
Schneider und Claudia Eberle
Warum
ist es wichtig Regeln aufzustellen? Hunde brauchen Regeln, an die
sie sich halten können, damit sie wissen, was sie dürfen, und was
nicht. Diese Regeln können von Familie zu Familie recht
unterschiedlich sein. Beispielsweise darf der Hund in Familie A auf
die Couch, und der Hund von Familie B, darf nicht auf die Couch.
Durch das Aufstellen von Familienregeln,
bekommt der Hund auf der einen Seite Grenzen aufgezeigt, die er
lernen soll. Auf der anderen Seite gestehen wir ihm so aber auch
einen Freiraum ein, in dem er sich außerhalb der Regeln, frei
bewegen kann. So darf er auch einfach mal Hund sein. Das ist für ein
Tier sehr wichtig, damit es zu einem souveränen Hund heranwachsen
und seine Persönlichkeit entwickeln kann.
Wichtig ist, dass Sie sich innerhalb der Familie einig sind. Stellen
Sie sich folgende Situation vor: Ein kleiner Junge fordert seinen
Hund auf, ins Bett zu springen, weil er es so schön findet, mit ihm
zu kuscheln. Der Hund kuschelt sich nach besten Wissen und Gewissen
in das Bett des Jungen. Die Mutter, die nicht möchte, dass der Hund
im Bett liegt, kommt in das Kinderzimmer des Jungen, schimpft den
Hund aus und wirft ihn aus dem Bett.
Hat
der Hund etwas falsch gemacht? Nein! Die Vorstellungen über das
Zusammenleben mit dem Hund, sind bei diesem Beispiel einfach nur
unterschiedlich. Der Junge möchte, dass der Hund in sein Bett darf,
die Mutter nicht. Der Hund kann allerdings nichts dafür und deswegen
sollten die Meinungsverschiedenheiten auch nicht auf seinem Rücken
ausgetragen werden.
Wenn Sie sich innerhalb Ihrer Familie einig darüber sind, wie der
Vierbeiner erzogen werden soll und wie Ihre ganz persönlichen
"Spielregeln" lauten, ist es für alle Familienmitglieder einfacher
gemeinsam an einem Strang zu ziehen und die Regeln dem Hund von
Anfang liebevoll zu vermitteln. Ihr Hund lernt dadurch leichter und
Sie sparen sich viel Zeit, Geduld und Geld, denn festigt sich ein
unerwünschtes Verhalten hingegen erst einmal über Jahre, ist es für
den Hund und Sie mühsam, dieses wieder umzulernen. Sind wir doch
einmal ehrlich: Jeder Hundehalter hat doch viel lieber einen gut
erzogenen Hund mit dem das Zusammenleben harmonisch möglich ist, als
sich täglich über seine eigenen Versäumnisse (nicht über den Hund!)
zu ärgern.
Besser ist es deshalb, wenn sie im Rahmen eines Familienrates
darüber sprechen, wie die Vorstellungen innerhalb IHRER Familie
sind. Machen Sie sich Gedanken darüber, ob Ihr Hund auf die Couch
darf, ins Bett, ob er etwas vom Tisch bekommen darf, ob er im Auto
warten muss, wenn Sie den Kofferraum öffnen, oder ob er gleich
hinausspringen darf usw. Ihre Entscheidungen können Sie auf dem
Formular "Familienregeln" schriftlich
fixieren.
Wichtig ist, dass Sie konsequent bleiben. Wenn Sie die Regeln selber
brechen und neu aufstellen, weiß der Hund irgendwann nicht mehr
woran er ist. Mal darf er und ein anderes Mal, darf er wieder nicht.
Viele Hunde sind dadurch verunsichert oder frustriert, weil sie
nicht wissen, wie sie sich nun richtig verhalten sollen. Mit Hilfe
der Regeln, ritualisieren sich die Abläufe im Alltag. Das sorgt für
Stabilität, Sicherheit und Ruhe.
Was darf der Hund immer?
An dieser Stelle tragen Sie alles ein, was der Hund generell darf.
Das heißt, er muss nicht "fragen" und wird demnach natürlich auch
nicht geschimpft und in seinem Verhalten korrigiert.
Beispiel: Der Hund darf auf die Couch.
Was darf der Hund auf Signal?
Hier tragen Sie sämtliche Situationen ein, wo Ihr Hund erst auf Ihr
„OK“ warten muss. Der Hund darf beispielsweise erst auf ein
bestimmtes Zeichen hin aus dem Auto springen. Dieses Signal muss er,
wie Kinder Vokabeln, erst lernen. Das braucht Zeit, Wiederholung und
Geduld und vor allem ein angenehmes Lernklima. Sie können ein
Verhalten nur dann erwarten, wenn Sie es Ihrem Hund wirklich
beigebracht haben.
Beispiel: Loslaufen, wenn ich ihn abgeleint habe. Signal: Und los
Was darf der Hund nicht?
Verhaltensweisen, die Sie generell nicht wünschen, tragen Sie in
diese Spalte ein.
Überlegen Sie sich, wie Sie Ihrem Hund mit fairen
Ausbildungsmethoden „erklären“ können, dass er das nicht darf. Es
soll nicht darum gehen, den Hund zu schimpfen, wenn er sich nicht an
die Regeln hält, sondern vielmehr darum, ihm eine Alternative zu
bieten, ihm zu zeigen, wie er sich stattdessen verhalten kann.
Berücksichtigen Sie dabei folgende Punkte:
-
Wie soll er sich anstelle verhalten?
-
Welches Verhalten kann ich belohnen?
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Wie sorge ich dafür, dass mein Hund keinen Fehler machen
kann?
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Wie trainiere ich das Verhalten, welches mir gefällt?